Marte Meo - Wie Beziehungsaufbau gelingt

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Marte Meo - Wie Beziehungsaufbau gelingt

 

Das diesjährige Forum Teilhabe stand unter dem Motto: „Wie der Aufbau neuer Bildungsmuster gelingt – Marte Meo® in Jugend- und Behindertenhilfe“. Über 300 Teilnehmer folgten der Einladung der Vitos Akademie nach Idstein. Dort stellte die Begründerin der Marte Meo-Methode, die Niederländerin Maria Aarts, den Ursprung und die weltweite Entwicklung der Methode vor.

 

Marte Meo ist eine videobasierte Methode zur Entwicklungsunterstützung und Beratung, die insbesondere die Verbesserung der Interaktion in Alltagssituationen in den Blick nimmt. Um das zu erreichen, werden alltägliche Situationen zwischen Erziehenden und Kindern oder zwischen behinderten Menschen und Betreuern mit einer Kamera aufgezeichnet und anschließend in Reviews ausgewertet. Dabei wird der Blick gezielt auf gelungene Interaktionen gelenkt, die den Beteiligten oft gar nicht bewusst sind. Einmal entdeckt, können sie jedoch eine positive Dynamik entfalten und wichtige neue Entwicklungsschritte ermöglichen.

 

„Marte Meo zeigt deutlich, in welche Richtung wir uns bewegen möchten. Kindern und Jugendlichen, Menschen mit und ohne Behinderung möchten wir die Zeit geben, neue Beziehungsmuster zu lernen und sich zu entwickeln. Selbstbestimmung, eigene Erfahrungen machen, dem anderen etwas zutrauen, das sind die Rahmenbedingungen, in denen Entwicklung „aus eigener Kraft“, das heißt Marte Meo möglich wird“, so Edeltraud Krämer, Geschäftsführerin von Vitos Teilhabe bei ihrer Begrüßung der Tagungsteilnehmer.

 

Das goldene Geschenk

Mit Spannung erwartet wurde der Vortrag von Maria Aarts. Anhand vieler Videoclips zeigte sie, wie einfach ihre Methode im alltäglichen Leben umzusetzen ist. „Mein Talent liegt darin, etwas zu sehen, was viele andere nicht bemerken. Es braucht einen differenzierten Blick, um die vielen kleinen Momente im Alltag zu erkennen, wo die Entwicklung unterstützt werden kann“, erklärt die Niederländerin ihre Methode. Diese wird bereits in 50 Ländern erfolgreich praktiziert. „Jeder setzt Marte Meo anders ein und das ist auch gut so, denn nur maßgeschneidert an das Gegenüber angepasst, bringt die Methode den gewünschten Erfolg.“

 

Dr. Michael Hipp, Arzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie sowie Leiter des Sozialpsychiatrischen Dienstes in Hilden, stellte die Auswirkungen psychischer Erkrankungen oder Traumatisierungen der Eltern auf das Bindungsverhalten zwischen den Eltern und ihren Kindern vor. Die primären Traumatisierungen der Eltern verhinderten häufig eine gelungene Antwort der Eltern auf die Bindungsangebote und -signale der Kinder und führten damit zu einer sekundären Traumatisierung der Kinder. Das daraus entstehende familiäre Bindungssystemtrauma könne mit Hilfe von Marte Meo gelindert oder aufgelöst werden. „Die lebendige Art beider ReferentInnen sowie der Dialog der beiden miteinander war ein spannender Einblick in die verbindende Arbeit“, so ein Teilnehmer der Tagung.

 

Bei Vitos Teilhabe wird die Methode seit einigen Jahren sehr erfolgreich eingesetzt und ist im pädagogischen Konzept fest integriert. Stellvertretend für das Unternehmen berichtete der Marte Meo Supervisor und Regionalleiter der Behindertenhilfe Region Riedstadt Alexander Kurz-Fehrlé von seinen Erfahrungen mit Marte Meo. An einem konkreten Beispiel zeigte er die Chancen der Methode auf und lieferte den Zuschauern eine Vielzahl an Anregungen für die tägliche Arbeit. „Marte Meo verlangt nach einem feinfühligen Interaktionsverhalten zwischen den von uns betreuten Menschen und dem Mitarbeiter. Die Möglichkeiten dazu sind oft sehr klein, da muss man ein gutes Auge haben“, fasst Alexander Kurz-Fehrlé den Erfolg in der täglichen Arbeit zusammen.

 

Wie auch vor zwei Jahren, war der Fachtag ein voller Erfolg, so die einhellige Meinung des Publikums. Viele der Teilnehmer waren Wiederholungstäter und wussten daher schon, worauf sie sich freuen konnten. Den Referenten ist es gelungen, ihren Zuschauern eine Vielzahl an unterschiedlichen Emotionen zu entlocken: nachdenkliches Innehalten, Staunen und viel Freude. Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Werkstatt für behinderte Menschen Idstein trugen durch die Übernahme des Caterings zum Gelingen der Veranstaltung bei.

 

 

 

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