
Jugend- und Behindertenhilfe: Digitale Teilhabe und inklusive Medizin sind bestimmende Themen
Kassel / Idstein, 27. August 2026 – Vor zehn Jahren hat Vitos all seine Heilpädagogischen Einrichtungen in Hessen in einer neuen Gesellschaft gebündelt: Vitos Teilhabe entstand. Heute hat das gemeinnützige Unternehmen mit Hauptsitz in Idstein hessenweit rund 1.000 Mitarbeitende und ein umfassendes Angebot der Jugend- und Behindertenhilfe. Das zehnjährige Bestehen wird im Jubiläumsjahr mit einem vielfältigen Programm gefeiert.
„Für die inhaltliche und fachliche Entwicklung der Heilpädagogischen Einrichtungen war die Gründung von Vitos Teilhabe ein wichtiger Schritt“, sagt Reinhard Belling, Vorsitzender der Vitos Konzerngeschäftsführung. Denn zuvor seien die Einrichtungen der Jugend- und Behindertenhilfe auf fünf verschiedene Vitos Gesellschaften verteilt gewesen, deren Schwerpunkt in der psychiatrischen Versorgung liegt. „Unter dem Dach von Vitos Teilhabe konnten Jungend- und Behindertenhilfe ein klares fachliches Profil und ein gemeinsames Selbstverständnis entwickeln. Sie leistet heute einen wichtigen Beitrag dazu, Teilhabe und Lebensqualität für Menschen in Hessen zu ermöglichen. Das ist eine echte Erfolgsgeschichte“, so Belling.
Aus unterschiedlichen Strukturen entsteht ein gemeinsamer fachlicher Weg
Seit der Gründung haben sich aus unterschiedlichen gewachsenen Strukturen neue Formen der Zusammenarbeit entwickelt. Die beiden Betriebsstätten Vitos Behindertenhilfe und Vitos Jugendhilfe arbeiten weiterhin mit ihren jeweiligen fachlichen Schwerpunkten. Gleichzeitig sind über die Jahre neue Schnittstellen entstanden: Erfahrungen werden ausgetauscht, Projekte bereichsübergreifend umgesetzt und Ressourcen dort gebündelt, wo dies sinnvoll ist. So konnte sich ein gemeinsames fachliches Verständnis entwickeln, ohne die Besonderheiten der einzelnen Bereiche aufzugeben. Man habe Vitos Teilhabe von Beginn an wirtschaftlich und personell exzellent ausgestattet, sagt Reinhard Belling. Die sehr guten Ausgangsbedingungen habe Vitos Teilhabe auch sehr gut genutzt.
„Die vergangenen zehn Jahre waren auch eine Zeit des fachlichen Zusammenwachsens“, sagt Olga Fröse, Geschäftsführerin von Vitos Teilhabe. „Wir haben Erfahrungen aus unterschiedlichen Regionen zusammengebracht, voneinander gelernt und neue Formen der Zusammenarbeit entwickelt. Jugendhilfe und Behindertenhilfe bringen dabei jeweils ihre eigenen Kompetenzen und Perspektiven ein. Diese Vielfalt ist eine Stärke, die uns auch dabei hilft, Antworten auf neue Anforderungen zu finden.“
Zukunftsthemen im Fokus
Unter dem Dach von Vitos Teilhabe können sich die Einrichtungen schneller an neue Anforderungen und Entwicklungen anpassen. So hat das Unternehmen das Projekt „Digitale Teilhabe“ aufgesetzt. Eines der Ziele: Die Digitalisierung nutzen, um Klientinnen und Klienten einen selbstbestimmteren Alltag zu ermöglichen. Immer stärker rückt auch die medizinische Versorgung von Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen in den Fokus. So haben diese ein deutlich erhöhtes Risiko, auch psychisch zu erkranken, ohne dass die Versorgungsstrukturen bislang darauf eingestellt sind. Das Projekt „Inklusive Medizin und Teilhabe“ soll die Versorgung der Klientinnen und Klienten verbessern – dafür arbeitet Vitos Teilhabe eng mit Expert/-innen aus der Psychiatrie bei Vitos zusammen.
Auch die Angebote selbst stehen immer wieder auf dem Prüfstand. Neue Wohnformen und zeitgemäße Unterstützungsangebote sollen den unterschiedlichen Bedürfnissen der Menschen gerecht werden und ihnen möglichst viel Selbstständigkeit und Teilhabe ermöglichen. In die Wohnstätten und weitere Einrichtungen hat Vitos bislang mehr als 40 Mio. Euro investiert und investiert auch weiterhin dort, wo es notwendig ist in Gebäude, Ausstattung und Technik. Auch diese Investitionstätigkeit wurde durch die Zusammenführung der Einrichtungen in einer Gesellschaft ermöglicht.
Ein Jubiläumsjahr mit vielen Facetten
Das Jubiläumsjahr steht unter dem Motto „Vielfalt leben. Zukunft gestalten.“ und verbindet verschiedene Formate und Veranstaltungen. Zu den Höhepunkten gehörte das Mitarbeiterfest am 26. August. Am 10. November folgt die Fachtagung „Wenn Systeme zusammenwirken: Pädagogik und Medizin – Zwei Wege, ein Ziel“. Sie bringt Fachleute aus Medizin, Pädagogik, Teilhabe, Jugendhilfe und Wissenschaft zusammen und widmet sich der Frage, wie eine gute Versorgung und Teilhabe gelingen kann.
Auch das Kunstprojekt „Wir“ macht die Vielfalt von Vitos Teilhabe sichtbar. Rund 1.000 Holzplatten wurden von Mitarbeitenden und Klientinnen und Klienten aus allen Regionen gestaltet. Aus den einzelnen Arbeiten entstehen Kunstwerke für die Regionen, die am 26. November in Idstein präsentiert werden.
„Die vergangenen zehn Jahre haben uns gezeigt, was möglich ist, wenn unterschiedliche Kompetenzen und Perspektiven zusammenkommen. Jetzt geht es darum, diese Stärke zu nutzen und Antworten auf die Fragen zu finden, die uns in den kommenden Jahren beschäftigen werden“, sagt Olga Fröse.